„Generation Praktikum“: Zahlen, Infos und Tipps

Veröffentlicht am 13. Januar 2014 in Allgemeines, Jobeinstieg und Karriere

„Generation Praktikum“: Zahlen, Informationen und Tipps

Praktika werden meist als guter Einstieg in die Berufswelt gesehen, insbesondere, wenn schon ein Studienabschluss vorliegt. 2011 wurde die Studie „Generation Praktikum“ veröffentlicht, die unter anderem die Bezahlung und Zufriedenheit der Praktikanten in Deutschland untersucht hat.

Zahlen zu den Vorstellungen von Studenten bezüglich deren gewünschten Einstiegsgehältern

Über ein Praktikum den Jobeinstieg schaffen! Diese Grafik zeigt, in welchem Rahmen die Vorstellungen von Studenten bezüglich ihrer gewünschten Einstiegsgehälter liegen

 

Die Dauer von freiwilligen Praktika und Pflichtpraktika

Grundsätzlich muss zwischen freiwilligen Praktika und Pflichtpraktika unterschieden werden. Beinahe jeder Studiengang schreibt mindestens ein studienrelevantes Pflichtpraktikum, meist im Bereich von 8-12 Wochen, teils auch länger, vor. Zusätzlich absolvieren viele Studenten vor, während und nach dem Studium zahlreiche freiwillige Praktika, von denen diese sich Einblick in die Berufswelt und die Aussicht auf eine Festanstellung erhoffen. Allerdings ist zu beachten, dass Praktikanten bereits während des Praktikums häufig als vollwertige Arbeitskraft eingesetzt wurden, was laut der Studie auf bis zu 80% der Befragten zutraf.

28% der Befragten der Studie ‚Generation Praktikum‘ gaben an, nach dem Studium eine praktikumsähnliche Tätigkeit aufgenommen zu haben, die durchschnittlich 4,8 Monate dauerte.

Die Bezahlung von Praktikanten in postgradualen Praktika

Die Bezahlung von freiwilligen Praktika, insbesondere nach Studienabschluss, schwankt je nach Branche und Studienrichtung. Außerdem sind circa 40% der Praktika für Absolventen unbezahlt, obwohl oft ein Vergütungsanspruch besteht. Der größte Anteil der bezahlten Praktika liegt bei einer Vergütung von 200€ bis 800€ monatlich, wobei es auch Ausnahmen nach oben gibt. Absolventen aus dem Bereich Rechts-und Verwaltungswissenschaften sind laut der Studie am besten bezahlt (ca. 900€ brutto pro Monat), während die Studenten aus dem Bereich Sozial-und Geisteswissenschaften am schlechtesten entlohnt werden (ca. 440€ brutto pro Monat).

Motivation und Zufriedenheit der Praktikanten

Die Motivation für ein Praktikum ist meist offensichtlich. Einerseits wollen Studenten und Absolventen ihre Qualifikationen erweitern und berufliche Kontakte knüpfen. Anderseits sehen diese oft keine andere Möglichkeit, den Berufseinstieg ohne Praktikum zu schaffen, weil die Praxiserfahrung fehlt. Viele Praktikanten (52% der Befragten) sehen ihre Beschäftigung positiv und profitieren von der Betreuung im Unternehmen. Allerdings haben zahlreiche Absolventen auch Probleme, durch die geringe Bezahlung ihren Lebensunterhalt zu bestreiten und sind dadurch weiterhin von den Eltern oder Sozialleistungen abhängig.

Grundsätzlich sind Praktika eine gute Möglichkeit, Eigeninitiative zu zeigen, Berufspraxis zu sammeln, allerdings sollte dabei stets auf eine angemessene Bezahlung geachtet sowie geprüft werden, ob bereits ein vollwertiges Arbeitsverhältnis vorliegt. Auch sollten sich Studenten und Absolventen schon frühzeitig bewerben, da viele Stellen oft langfristig vergeben werden und dadurch die Zahl an möglichen Praktikumsplätzen sinkt.

Quelle: Hans Boeckler Stiftung, 2011. Generation Praktikum. Praktika nach Studienabschluss. Die wichtigsten Ergebnisse. [pfd] <http://www.boeckler.de/pdf/pm_2011_05_04_praktikumreport_kurz.pdf>

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